Das Corona-Ding

Die partizipative Ausstellung zieht vom Lessingtheater ins Bürger Museum

Die bis dato im Lessingtheater gezeigte Sonderausstellung »Das Corona-Ding« hat innerhalb der Stadt Wolfenbüttel den Standort gewechselt. Seit Dienstag, 15. Juni 2021, ist die Ausstellung, die von der Berliner Agentur »prototypen Ausstellungen« konzipiert worden war und viele lokale Anknüpfungspunkte aufweist, in verkleinerter Version im Bürger Archiv des Bürger Museums Wolfenbüttel zu sehen. Unter dem Motto »Corona – was gibt es da noch zu erzählen?« ruft das Museum Wolfenbüttel dazu auf zu partizipieren.

Besondere Zeiten erforderten ein außergewöhnliches Konzept: Bis zum 10. Juni war die Ausstellung »Das Corona-Ding« wegen der aufgrund der Pandemie geschlossenen Museen im Wintergarten und auf dem Vorplatz des Lessingtheaters aufgebaut und konnte von außen durch die Scheiben besichtigt werden.

Das Ausstellungskonzept der Berliner Agentur von Marcus Peter besteht aus zwei Teilen: Ausgangspunkt ist der Gedanke, dass Krankheiten und Seuchen schon immer Teil der Menschheitsgeschichte waren. Auf den Roll-ups werden bestimmte medizinische Entwicklungen ebenso thematisiert wie der sich verändernde gesellschaftliche Umgang mit Epidemien.

Besonders interessant sind die Brückenschläge zum lokalen Geschehen. Alte Zeitungsartikel aus der Wolfenbütteler Zeitung gehören ebenso zu den Ausstellungsstücken wie Krankenberichte, medizinische Orthesen oder Tagebuchauszüge des Wolfenbüttelers August von Walbeck aus dem Jahr 1830.

Der zweite Teil thematisiert die aktuelle pandemische Situation und setzt dabei auf Partizipation. »Corona – was gibt es da noch zu erzählen? Ihre Geschichte!« lautet der Aufruf, ein persönliches »Corona-Ding« zur Ausstellung beizusteuern – und die Geschichte dazu mit Hilfe eines Mikrofons aufzuzeichnen. Diesem Aufruf sind bereits viele Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler gefolgt und so hat sich das Bürger Archiv mit höchst unterschiedlichen Objekten angefüllt: Gesellschaftsspiele, Hundebilder, Hanteln, Cartoons und handwerkliche Arbeiten. 

»Viele der Objekte und Geschichten erzählen von Menschen, die konstruktive Wege gefunden haben, mit der Krise umzugehen. Besonders gut fanden die meisten Besucher die QR-Codes. Hierüber waren die eingesprochenen, persönlichen Geschichten zum Objekt hörbar«, sagt Lena Simon, Abteilung Kulturprojekte der Stadt Wolfenbüttel.

Die bisherigen Geschichten zu den »Corona-Dingern« finden Sie unter  Audiobeiträge

Ergänzt werden die Exponate von Fotoserien der Fotokünstlerin Yvonne Salzmann und des Redakteurs Frank Schildener, die ihre persönlichen Blicke auf die Pandemie mit der Kamera festgehalten haben.

»Eine der wichtigen Aufgaben von Museen ist es, Objekte aufzuheben, die ganze Epochen oder einzelne Ereignisse widerspiegeln, und für die Nachwelt zu bewahren. Jetzt ist noch der Zeitpunkt, Exponate und Geschichten zur Pandemie zu sammeln, um späteren Generationen einen möglichst authentischen Rückblick auf die heutige Krise zu ermöglichen«, so Markus Gröchtemeier, kommissarischer Leiter des Bürger Museums. »Wir hoffen, dass uns die Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler nach dem Ende der Ausstellung, die aufgrund der weltweiten Ereignisse entstanden ist, einige signifikante Exponate überlassen.«

Weitere »Corona-Dinger« werden gerne angenommen: Gebracht werden kann alles, denn auch scheinbar banale Alltagsgegenstände können zu hochinteressanten Zeitzeugnissen werden. Um ein »Corona-Ding« beizusteuern, bittet das Museum, sich unter der Telefonnummer 05331 86-501 oder per E-Mail an corona-ding@lessingtheater.de zu melden.